Herz-Jesu-Kapelle Schachen

Allgemeine Informationen

Gottesdienst jeweils am Sonntag, 09.00 Uhr.
Zusätzlich an Feiertagen und Heiligabend.
Platz für max. 100 Personen.

Weitere Infos und Reservationen über oder 041 497 25 23

Geschichte

Die Herz Jesu Kapelle in Schachen ist ein besonderes Schmuckstück. Ihr Vorzeichen ist ein Relikt der Reussbrücke vom Seetalplatz. Die denkmalgeschützte Kapelle wurde 2014 sanft restauriert und erstrahlt in neuem Glanz, natürlich unter dem wachsamen Auge des Denkmalschutzes.

Der östliche Teil der früheren Gemeinde Schachen gehörte seit jeher zur Pfarrei Malters. Der Kirchweg nach Malters betrug etwas über eine bis fast zwei Stunden, je nach Wohnort.  Dass deshalb der Wunsch nach einem eigenen Gotteshaus aufkam, verwundert nicht. Die Schachner waren sich bewusst, dass die Malterser kaum Interesse hatten, nebst allen übrigen Lasten eine weitere Kirche innerhalb der Pfarrei zu bauen und zu unterhalten.

Idee und Bedürfnis

Dem damals 80-jährigen, sparsamen Boten und Eierhändler Johann Stalder – ein sehr gläubiger Mann – ging der Gedanke nach einer eigenen Kapelle nicht mehr aus dem Kopf. In einem 1918 aufgesetzten Testament widmete er einen Grossteil seines Vermögens (ca. 30‘000 Franken) diesem Zweck. Stalder konnte drei Persönlichkeiten aus dem Dorf Schachen für seine Idee gewinnen. Auch Pfarrer Andreas Vogel nahm  das Anliegen wohlwollend auf. Er engagierte sich, ohne den Kirchenrat offiziell darüber zu unterrichten, im Interesse der Förderung der Seelsorge in Schachen; er wollte wohl auch keine Abspaltungsgedanken aufkommen lassen. Pfarrer Vogel verstand es, Bischof Stammler 1919 für einen Kapellenbau zu überzeugen, weil ihn das Volk in Schachen wünschte und dieser ein Gewinn für das religiöse Leben des Ortes bedeutete.

Praktische Umsetzung

Auf bischöflichen Rat wurde die Finanzierung und Verwaltung der Kapelle durch eine Stiftung geplant. Am 23. Oktober 1919 gründeten Hauptstifter Johann Stalder, Grosshofbauer Josef Amrein und Bäcker Gottfried Aregger und Pfarrer Vogel bei Friedensrichter Josef Bürkli  in der Längmatt eine Bau- und Verwaltungskommission für den Kapellenbau. Josef Bürkli stellte ein 339 m2 haltendes Landstück an der Renggstrasse als Baugrund zur Verfügung. Die Kommission legte die Grösse auf 120 Sitzplätze fest, entwickelte Gestaltungs- und Ausstattungsideen und erarbeitete ein Budget. Pfarrer Vogel liess seine Beziehungen zum kantonalen Baudirektor spielen. Dessen Strassenabteilung war interessiert, die nur wenigen Leuten Platz bietende Rosenkranzkapelle neben dem Längmatthaus, vis-à-vis der Einmündung der Renggstrasse, abtragen zu können, weil diese in die Kantonsstrasse hineinragte und deren geplante Verbreiterung behinderte. Statt einer Abfindungssumme stellte Regierungsrat Erni seinen Kantonsbaumeister Otto Balthasar als Planer und Bauleiter zur Verfügung. Balthasar legte 1920 erste Pläne vor. Für künstlerische Fragen  wurde Pater Viktor Stürmle aus Einsiedeln beigezogen, der den Altar, das Turmkreuz und die Eingangstüre entwarf. Die Idee mit der Vorhalle stammte vermutlich von Balthasar, der um die Einlagerung des ehemaligen Brückenportals von Reussbühl im Estrich des Regierungsgebäudes wusste.

Baubeginn verzögert sich

Wegen der im Sommer/Herbst 1920 wütenden Viehseuche musste die Planung vorübergehend sistiert und auch der Baubeginn hinausgeschoben werden. Am 5. April 1921 wurde der Kapellenbau ausgesteckt und am 11. April 1921 wurde mit dem Erstellen der Fundamente begonnen.